

10.01.10:
Fotos >
2. Teil - 10.01.10
Vorab einen
grossen Dank an
alle, die mir
per Mail so
viele
Weihnachts- und
Neujahrsgrüsse
geschickt haben.
Ich habe mich
riesig gefreut
und versuche,
alle so rasch
als möglich zu
beantworten.
Der Prolog ist
geschafft; ich
habe die ersten
1000km in Down
Under hinter
mich gebracht
und bin jetzt
schon in
Auckland/Neuseeland,
wo ich mich auf
das
Höhentraining
vorbereite. Aber
alles der Reihe
nach:
Nachdem
ich Mt. Gambier
verlassen habe,
kämpfe ich mich
mit Gegenwind,
Hitze und
natürlich den
Fliegen weiter
in Richtung
Great Ocean
Road. Die GOR
soll eine der
schönsten
Küstenstrassen
der Welt sein.
Unter anderem
auch wegen der
12 Apostel. Das
will ich mir
nicht entgehen
lassen.
Ausserdem bieten
sich in dieser
Gegend auch
wenig
Umfahrungsmöglichkeiten.
Der Küste
entlang gibt es
nur die eine
Strasse. Das
bedeutet auch
sehr viel
Verkehr, inkl.
der supergrossen
Trucks.
Seit Adelaide
gibt es sehr
wenig Backpacker
oder
Jugendherbergen
und die
Campsites sind
meist sehr
abgelegen. So
übernachte ich
meistens in
kleineren
Motels,
Roadhouses oder
in Pubs.
Meistens sind es
Dörfer mit 50
bis 500
Einwohnern, aber
ein Pub gibt es
immer. Der
Vorteil daran
ist: es gibt
immer genug
Zapfhähne, um
die vielen
verfügbaren
Biere
auszuprobieren.
Allerdings kann
es auch sehr
lange sehr laut
sein.
Überall hier
wird an
Slotmachines
gespielt (ab
9:00 Uhr morgens
für Senioren)
und es wird auf
alles gewettet,
was sich bewegt;
Hunde, Pferde
etc. Das Ganze
sowohl virtuell,
als auch live am
Bildschirm. Es
sind immer ca.
20 Bildschirme
aktiv und es
geht laut her.
Der Vorteil an
den Dörfern ist,
man wird sofort
als Non-Local
erkannt und
kommt ins
Gespräch. Auch
wenn die Aussies
im Allgemeinen
sehr sportlich
sind; mit dem
Velo von
Adelaide nach
Sydney zu
fahren, finden
sie einfach „crazy“.
Die Fliegen sind
so schlimm, dass
ich mir ein Netz
für den Kopf
kaufe. Nicht
gerade sehr
sexy, aber es
macht das
Velofahren
wieder angenehm.
Nur das Trinken
aus dem Bidon
muss ich neu
lernen; mit
einer Hand das
Netz lüften und
mit der anderen
den Bidon
ansetzen.
Weihnachten
verbringe ich in
Warrnambool in
einem kleinen
Motel mit ein
paar
importierten
Plätzchen aus
der Schweiz. Für
die Aussies
fängt
Weihnachten so
richtig am
25.12. an. Dann
werden die
Geschenke
verteilt. An
diesem Tag trägt
jeder eine
weiss-rote
Zipfelmütze,
trotz der 30
Grad und in
Shorts der
Grösse XXXL.
Boxing Day
(26.12.) ist
dann der
eigentliche
Beginn der 6
Wochen Ferien.
Alles was ein
Auto besitzt,
fährt in
Richtung Küste.
Das bekomme ich
auch einen Tag
später auf der
Great Ocean Road
zu spüren. Die
Strasse ist sehr
eng, kurvig und
teilweise in den
Fels gehauen,
ohne
Standstreifen
und bei einem
permanenten Up
und Down. Die
schlingernden
Wohnmobile und
die grossen
Trucks machen
das Fahren zur
Tortur. Es gibt
ein paar
kritische
Situationen, die
aber gut
ausgehen. Ich
bereue es nicht,
einen Helm zu
tragen.
Übrigens: in
Australien und
Neuseeland
besteht seit ein
paar Jahren
Helmpflicht beim
Fahrradfahren.
Das hat zur
Folge, dass die
Anzahl
Velofahrer
zurückgegangen
ist, was sogar
durch neueste
Untersuchung
belegt ist.
Die Landschaft
hier ist
wirklich
einmalig. Immer
wieder fährt man
direkt am Meer
entlang und
viele Buchten
mit weissem
Strand laden zu
einer
Erfrischung im
Wasser ein.
Die 12 Apostel
sind wirklich
ein
Naturschauspiel
ersten Grades.
Majestätisch
erheben sich die
Sandsteine aus
der Brandung.
Sie sind durch
Erosion aus der
bestehenden
Küste
entstanden. Die
Wellen und der
starke Wind
haben den
Sandstein bis
auf die
Felsklippen
abgetragen. Die
Höchste der
Sandsteinsäulen
ist 45 Meter
hoch. Jährlich
werden ca. 2cm
der Klippen
abgetragen.
Die GOR zieht
sich bis Torquay
(südlich von
Melbourne). Es
macht echt
Probleme, in
dieser Zeit
irgendeine
Unterkunft zu
finden. Sogar
die Campsites
sind bis auf den
letzten
Quadratmeter
belegt. Da es in
Australien
verboten ist,
wild zu campen,
gehe ich zweimal
zur lokalen
Polizei und
frage, ob ich es
trotzdem darf.
Sie gibt sich
zwar
verständnisvoll,
Gesetz sei aber
Gesetz – auch in
der Hochsaison.
Ich weiche auf
an der Strasse
liegende Farmen
aus, wo ich gern
gesehener Gast
bin.
Melbourne
umfahre ich
südlich über
Queenscliff und
Phillip Island.
Phillip Island
ist bekannt für
die Pinguine,
die nachts zum
Schlafen an Land
kommen und die
vor der Küste
liegende
Robben-Gemeinschaft.
Dort sollen je
nach Saison bis
zu 80‘000 Robben
leben. Ich fahre
mit einem Schiff
dorthin und bin
hellauf
begeistert. Man
riecht die
Kolonie schon
von weitem. Es
stinkt
regelrecht, aber
die Robben
heissen uns mit
einem
Wasserballet
willkommen und
geniessen es
sichtlich, sich
in Szene zu
setzen. Ein
echtes
Highlight.
Meine Zeit in
Australien läuft
ab und ich muss
mich beeilen,
den Flieger von
Sydney nach
Auckland zu
bekommen. Ich
radle noch bis
Traralgon und
fahre dann 14
Stunden mit dem
Bus nach Sydney.
Die Fahrt nach
Traralgon führt
in die Berge und
es grünt, obwohl
es Sommer ist.
Eine Stunde
nördlich kann
man im Winter
sogar skifahren.
Der Verkehr ist
wie verschwunden
und die
Landschaft ist
hügelig und die
Strassen in
gutem Zustand.
Ich war gut 4
Wochen in Down
Under und habe
die Zeit
genossen. Es hat
wohl ca. 10 Tage
gedauert, bis
ich mich wieder
an das
Velonomadenleben
gewöhnt habe.
Velofahren,
Unterkunft
suchen, essen
und trinken
machen den
Grossteil des
Tagesablaufs
aus.
Australien ist
ein Land mit
grossen
Distanzen. Es
kann sein, dass
man 2-3 Tage
immer nur durch
die Steppe
fährt. Aber der
Vorteil mit dem
Velo ist die
Geschwindigkeit;
man sieht und
hört so viel
links und rechts
der Strasse, da
wird es einem
nie langweilig.
Ich empfand
Australien als
sehr
kostenintensiv.
Übernachtungen,
Lebensmittel,
Zeitungen,
Eintritte,
Internet etc.
haben mitunter
Schweizer
Niveau.
Anscheinend sind
aber die
Gehälter auch
dementsprechend,
und der starke
AUD hat auch
seinen Anteil
daran.
Das war der 2.
und letzte
Bericht aus Down
Under. Ich bin
schon in
Auckland und
fahre die Tage
durch die
Nordinsel in
Richtung Süden.
Ich habe so
viele Tipps
bekommen, was
ich mir alles
anschauen soll,
dass ich dazu
sicherlich noch
2 Monate länger
benötige (muss
mal mit dem Chef
reden…)

So long
Guenter
PS: Auf dem Flug
von Sydney nach
Auckland wurde
ich beim
Einsteigen in
den Flieger
diskret von der
Security
beiseite
genommen und
gefragt, ob ich
beim Einchecken
auf die
Sicherheitsrichtlinien
aufmerksam
gemacht wurde?
Ich sagte, ich
wisse es nicht
mehr. Die
Security sagte
mir, ich hätte
den ganzen
Flieger zum
Explodieren
bringen können,
da sie beim
Scannen in
meinem Gepäck
eine kleine
Gaskartusche
entdeckt hätten
(die ist für
meinen Kocher).
Sie hätten die
Kartusche
rausgenommen,
alles wieder
ordentlich
verpackt und
teilten mir nun
mit, ich könne
sie mir bei
Gelegenheit in
ihrem Büro
abholen. Ob das
so o.k. für mich
sei? Ich habe
genickt, mich
artig bedankt
und durfte dann
einsteigen. Gut
dass mir das
nicht in Amerika
passiert ist. |
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21.12.09
Fotos >
1. Teil - 21.12.09
Hi Mates
Seit gut zwei
Wochen bin ich
nun Down Under
und seit gut
einer Woche
wieder im
Sattel. Die
Ankunft in
Sydney war
sommerlich.
Shorts und Flip
Flops zeigen mir
schon am
Airport: ich bin
angekommen.
Mein Quartier
liegt mitten in
China Town. Wie
in den
asiatischen
Vierteln üblich,
gibt es Essen an
jeder Ecke. Aus
Erfahrung weiss
ich, dass die
Chinesen alles
essen was mit
dem Rücken zum
Himmel zeigt.
Dementsprechend
abwechslungsreich
ist die Küche…
Ich
brauche einen
Tag, um noch ein
paar Sachen wie
Zelt, Kocher
etc. zu kaufen.
Das ist hier
relativ einfach
und sehr
günstig. Den
zweiten Tag
verbringe ich
als Tourist mit
der
obligatorischen
Hafenrundfahrt
rund um die
weltbekannte
Oper und die
Harbour Bridge.
Schliesslich
sagt man nicht
umsonst, Sydney
sei die schönste
Hafenstadt der
Welt. Am Tag
meines
Hafenbesuchs
kommen drei
Ozeanriesen an
und bringen auf
einen Schlag gut
7‘000 neue
Touristen. Das
sind
Dimensionen!
Das Wetter ist
angenehm.
Überall sieht
man
Weihnachtsschmuck
und die
schönsten
Plastik-Weihnachtsbäume,
gerade gewachsen
und hübsch
dekoriert. Aus
jedem
Lautsprecher
ertönt "Jingle
Bells" – und das
Ganze bei 25
Grad.
Da die
Australier sehr
freundliche
Leute sind, wird
man immer mit
einem „Merry
Christmas“
verabschiedet.
Am Anfang ist
das
gewöhnungsbedürftig,
irgendwann sagt
man das dann
aber auch.
Nach
zwei Tagen geht
es Richtung
South Australia
(SA) nach
Adelaide. Dort
besuche ich
meine guten
Freunde Bob und
Rae. Sie zeigen
mir zwei Tage
Adelaide und die
Umgebung.
Adelaide ist der
einzige Staat in
Australien,
welcher nicht
durch englische
Gefangene
besiedelt wurde,
sondern durch
freiwillige
Auswanderer.
Sehr viele auch
aus Deutschland.
Die Temperaturen
steigen auf
stolze 35 Grad
und wir
geniessen die
Kühle in den
vielen
Weinkellern. In
Hahndorf, der
ältesten
deutschen
Siedlung, gibt
es unter
blauweisser
Flagge alles,
was der Magen
begehrt.
Ich
entscheide mich
dafür, so nah
als möglich der
Küste entlang (Princess
Highway) erstmal
nach Melbourne
zu radeln. Das
sind gut 1‘100
km. Auf dem Weg
dorthin entlang
der Great Ocean
Drive sind auch
die
weltberühmten 12
Apostel. Man
sagte mir zwar,
es sollen nur
noch 9 sein, der
Rest sei
umgekippt und im
Meer versunken.
Schau‘n mer mal.
Der Anfang der
Velotour
gestaltet sich
als echt
schwierig. Ich
verlasse
Adelaide bei 42
Grad. Nach den
Bergen kommt man
in eine
Buschlandschaft
wo es absolut
keinen Schatten
gibt. Ich muss
alle 30 min.
eine längere
Pause machen und
mich von der
Hitze erholen.
Das Wasser in
den Bidons hat
eine gefühlte
Temperatur von
mindestens 60
Grad und ich
komme in
Versuchung,
einen Lipton’s
Teebeutel
reinzuhängen.
Verzichte dann
aber doch
darauf.
Jetzt kommt auch
noch der
Gegenwind dazu,
moralisch bin
ich schon nach
65 km am Ende.
Aber die nächste
Unterkunft ist
noch sage und
schreibe 7 km
entfernt. Das
sind in so einem
Moment scheinbar
unüberwindbare
Distanzen. Total
am Ende erreiche
ich mein Ziel
und brauche 2
Stunden, um mich
zu erholen.
Der nächste Tag
wird noch
heisser (46 Grad
im Sattel) inkl.
Gegenwind. Doch
es wird noch
schlimmer: Nebst
Hitze und
Gegenwind ist
diese Gegend um
diese Jahreszeit
auch für ihre
Fliegenplage
bekannt. D.h.
Millionen, nein
Milliarden von
dieser Spezies
haben nichts
besseres zu tun
als sich
Menschen zu
suchen, auf
denen sie sich
niederlassen
können. Sie
lieben Ohren,
Nasen und
Münder. Ich habe
noch nie auf
einen Schlag so
viel Protein zu
mir genommen.
Eine echte
Plage. Die
Locals empfehlen
mir ein
Fliegennetz für
den Kopf zu
kaufen.
Dann
kommt der krasse
Gegensatz: Es
regnet, nein es
stürmt den
ganzen Tag.
Dafür gibt es
keine Fliegen.
So fahre ich
sogar gerne im
Sturm in
Richtung Süden.
An der Küste
wird alles, was
das Meer
hergibt,
geangelt. Das
sorgt zumindest
abends für ein
gutes Essen. Und
für kaltes Bier
sind die Aussies
ja auch bekannt.
Im Hinterland
gibt es eine
Hirschplage. So
gibt es auch
genug Meat.
Grösstenteils
fahre ich durch
reinen Busch. Ab
und zu gibt es
wieder mal
Wineyards und
riesige
Baumsiedlungen.
Das Ganze auf
unendlich
scheinenden
Flächen. Das ist
Australien.
Nach
6 Tagen und 450
km erreiche ich
mal eine
grössere
Ortschaft (Mount
Gambier) wo ich
auch zum ersten
Mal Internet
finde und diesen
Bericht
schreibe. Hier
gibt es einen
herrlichen
Kratersee in
einem noch nie
gesehenen satten
Blau.
Das war der
erste Bericht
über meine
ersten Tage in
Down Under.
Gleich geht es
weiter in
Richtung
Portland. Nach
Melbourne sind
es ja nur noch
ca. 480 km.
So, nun wünsche
ich Euch allen
besinnliche
Feiertage und
einen guten
Rutsch in das
neue Jahr.
Einen
sommerlichen
Gruss bei 30
Grad aus Mont
Gambier
Guenter |
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1212.12.09:
G`Day Mate
Ja, ich bin nach
gut zwei Jahren
Pause wieder mal
auf Tour.
Diesmal zwar nur
für drei Monate,
aber immerhin.
Diesmal hat es
mich in die
südliche
Hemisphäre
verschlagen.
Zuerst radle ich
mit dem Velo in
Australien von
Adelaide nach
Sydney. Dann in
Neuseeland von
Auckland in den
Süden nach
Invercargill.
Bin gespannt,
was da auf mich
zukommt...
Nette Kollegen
meinten, das
wäre nach der
Afrikatour jetzt
eine
Altherrenroute.
Ich höre da aber
nur Neid raus.
Zurzeit bin ich
schon in Sydney
und
akklimatisiere
mich ein wenig,
bevor es in den
nächsten Tagen
losgeht.
Ich freue mich,
euch über die
kleinen
Abenteuer dieser
Reise in Bild
und Schrift hier
berichten zu
können. Möglich
machen dies
meine
Arbeitskollegen
Daniel Rutz
(Internetauftritt)
und Timur
Tekyeli
(Textrevision).
Philip von
Simple war
wieder so nett
und hat mir ein
neues frischluft
tour Rad zur
Verfügung
gestellt; jetzt
mit dem neuen
Gates Drive
anstelle der
herkömmlichen
Kette.
Euch drei ein
grosses
Dankeschön!
So! Jetzt geht
es erstmal an
den Bondi Beach,
das Meer
geniessen...
So long.
Lieber Gruss aus
Sydney
Guenter |
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