Nach
gut drei Wochen
auf der
Nordinsel mit
viel
Sonnenschein
setze ich bei
strömendem Regen
mit der Fähre
von Wellington
nach Picton
über. Es ist
bitterkalt und
windig und es
herrscht ein
rauer Seegang.
Nach einer
trotzdem
wunderschönen
Fahrt durch die
Marlborough
Sounds, eine
fjordähnliche
Gegend, kommen
wir in Picton
an. Das Wetter
wird
freundlicher und
ich bin
gespannt, was
mich auf der
Südinsel
erwartet. Viele
Travellers
meinen, die
Südinsel sei
viel
interessanter
als die
Nordinsel. Die
Leute seien
netter, die
Gegenden
vielfältiger und
die vielen
Aktivitäten wie
River Rafting,
Horseriding,
Canyoning, Sky
Diving etc.
machten diesen
Landesteil viel
attraktiver. Ich
entscheide mich
für den National
Park Abel Tasman
im Norden. Dann
die Westküste
runter an den
Pancake-Felsen
vorbei zum
Franz-Josef-Gletscher
und über Wanaka
den Otaga Rail
Trail in
Richtung Dunedin
an die Ostküste.
Eine lange
Strecke mit
vielen
Steigungen und
viel Natur.
In Picton erlebe
ich einen Tag
Kayaking in den
Marlborough
Sounds. Ein
unvergessliches
Erlebnis; mit
einem Führer die
vielen kleinen
Buchten
anzupaddeln, an
einsamen
Stränden den
Lunch zu
einzunehmen, zu
schwimmen und
die Ruhe und
Natur zu
geniessen. Das
ist Urlaub und
Genuss pur. Bei
solchen
Aktivitäten
lernt man
Reisende aus
aller Welt
kennen. Viele
junge Leute von
überall her
kommen für 6 -
12 Monate mit
einem Work-and-Travel-Visum
nach Kiwiland
und kombinieren
Arbeiten mit
Reisen. Oft
arbeiten sie als
Erntehelfer,
d.h. sie
pflücken Obst
oder arbeiten in
der Gastronomie.
Der gesetzliche
Stundenlohn ist
derzeit bei
12.50NZ$. Nach
Steuer sind das
ca. 10NZ$ netto.
Andere arbeiten
auf dem
Bauernhof im
WWOOFING-Programm.
Das heisst „Willing
Workers on
Organic Farms“.
Die harte Arbeit
wird mit freier
Kost und Logis
entlohnt. Ich
habe unterwegs
das Gefühl, dass
zumindest
Deutschland und
Holland zur Zeit
keine Einwohner
mehr hat, da
alle in
Neuseeland sind.
Jedes Backpacker
Hostel ist voll
von ihnen.
Die Marlborough
Sounds sind so
schön (wie die
Fjorde in
Norwegen), dass
ich mich
entscheide, mit
dem Velo den
Queen Charlotte
Track zu biken.
Das sind rund
50km Single
Trail pur. Da in
Neuseeland alles
so gut
organisiert ist,
kann ich mein
Gepäck einem
Boot mitgeben,
welches es an
den
Bestimmungsort
bringt. Das sind
kleine Buchten
mit einem
Zeltplatz oder
Hostel. Endlich
mal ohne Gepäck
und ohne Autos
für zwei Tage
den schönsten
Single Trail
aller Zeiten
geniessen... Es
sind zwei
unvergessliche
Tage, die mich
viel Schweiss
und Bremsbeläge
kosten.
www.qctrack.co.nz
Ich habe Glück
mit dem Wetter
und es scheint
nur die Sonne.
Die Locals sind
froh, weil bis
dato hatten sie
noch keinen
Sommer. Das sei
der schlechteste
Sommer seit 30
Jahren, höre ich
immer wieder.
Mittlerweile
kenne ich
allerdings die
Tendenz zu
geographischen/historischen
Superlativen der
Kiwis. Alles ist
älter, schöner,
höher, besser,
schneller,
einmaliger etc.
Entweder bezogen
auf die ganze
südliche
Hemisphäre, auf
Neuseeland, die
Süd- oder
Nordinsel, oder
auch nur auf die
Region und am
Schluss die
nähere Umgebung
oder das Dorf.
Der tägliche
Wetterbericht
hat die Qualität
von Meteo
Schweiz; sie
beide sind
Spezialisten
darin, am Abend
zu erzählen, wie
es tagsüber war.
Aber wenn es um
das Wetter von
morgen geht, ist
es ein Blick in
die Zauberkugel.
Ein weiteres
Hobby der Kiwis
ist es, ihren
Rasen um das
Haus oder die
Farm zu pflegen.
Jedes Stück
Rasen irgendwo
in der Prärie
ist tadellos
getrimmt. Man
könnte darauf
Golf spielen.
Ich vermute, das
kommt von der
englischen
Vergangenheit
und der
Popularität des
Golfsports. Es
macht jedenfalls
Spass, den
Besitzern auf
ihren mobilen
Rasenmähern
zuzuschauen.
In Nelson
entscheide ich
mich, ein paar
Tage im Abel
Tasman zu
verbringen. Das
ist der
meistbesuchte
Nationalpark in
Neuseeland und
besteht aus
Marmor-und
Kalksteinhügel.
Es gibt
zahlreiche
Wanderwege durch
den Park und man
kann ohne
Probleme
tagelange Tracks
von Hütte zu
Hütte bewandern.
Als nächstes
unternehme ich
einen
zweitägigen
Segeltrip
entlang der
Küste. Ein
tolles Erlebnis.
Ich übernachte
bei klarstem
Sternenimmel auf
einem Hausboot
in einer kleinen
Bucht in
internationaler
Gesellschaft.
www.aquapackers.co.nz
Danach geht es
entlang der
Westküste – auch
Wetcoast genannt
– nach Punakaiki
zu den bekannten
Pancake Rocks.
Über die
Jahrtausende hat
das Kalkgestein
in der Brandung
die Form von
dicken
Pfannkuchenstapeln
angenommen. Echt
eindrucksvoll.
Hier sehe ich
auch zufällig
das Australian-Open-Endspiel
mit Roger
Federer. Das Pub
ist gut gefüllt
mit der Hälfte
der hiesigen
Einwohner (30).
Ich bin der
einzige Federer-Fan
und freue mich
über das tolle
Match und den
Schweizer Sieg.
Die Fahrt
entlang der
Westküste ist
wunderschön;
rechts das Meer
und links die
Berge mit ihren
Farnsträuchern
bis zur Strasse.
Die Tagesetappen
pendeln sich bei
ca 70km und 700
Höhenmetern ein.
Die Städte
weiter südwärts
hinterlassen auf
mich einen
einsamen, ja
verlassenen
Eindruck. Um 17
Uhr schliessen
alle Geschäfte
und die Stadt
ist leer. Es
gibt noch ein
wenig Kohleabbau
aber das war es
schon. Früher
waren das
blühende
Hafenstädte mit
viel Fischerei-
und
Transportindustrie.
Gut dass es
immer ein Pub
gibt, wo sich
ein paar Locals
zum Rugby
treffen.
Hier treffe ich
auch immer mehr
Velofahrer. An
einem Tag sind
es bis zu 16
Velos die
vollbepackt gen
Norden fahren.
Auf der
Nordinsel hat
man noch
angehalten, wenn
man einen
Gleichgesinnten
traf, hier winkt
man sich zu und
fährt weiter.
Ein Velofahrer
hat wegen der
rüden Autofahrer
sogar einen ca.
1.5m langen
Besenstiel mit
einem gelben
Stofffetzen auf
seinem
Gepäckträger
montiert.
Nach ein paar
Tagen komme ich
am einzigartigen
Franz-Josef-Gletscher
vorbei. Die
verschiedensten
Ökosysteme
treffen hier
aufeinander; das
tasmanische
Meer, der
Regenwald und
das Eis. Die
Gletscherzunge
befindet sich
auf ca.
200M.ü.M. Das
künstliche Dorf
lebt hier nur
von
Helikopterflügen
über den
Gletscher und
Gletschertouren
in kurzen Hosen.
Ich fahre weiter
südlich in
Richtung Haast
und von dort aus
in Richtung
Wanaka. Wanaka
ist mitten in
den südlichen
Alpen von
Neuseeland und
bietet mit dem
See und umrahmt
von mehreren
Dreitausendern
einen tollen
Eindruck. Der
höchste Berg ist
mit 3755m der
Mount Cook. Im
See bei 39°
Luft- und 25°
Wassertemperatur
zu baden und die
schneebedeckten
Gipfel
anzuschauen ist
schon einmalig.
Ich entscheide
mich, in Wanaka
meinen ersten
Skydive zu
machen. D.h aus
4500m Höhe am
Fallschirm mit
einem Instruktor
auf dem Rücken
mit 200km/h und
60 Sekunden
freiem Fall aus
einem kleinen
Flieger zu
springen. Mit
einem Purzelbaum
aus dem Flieger
beginnt ein
unendlich
schönes
Abenteuer. Links
und rechts die
Berge mit ihren
Schneekuppen und
weit unten die
Flüsse und das
Ziel. Ein super
Erlebnis, nach
dem freien Fall,
wenn der
Fallschirm sich
öffnet, das
lautlose Gleiten
nach unten zu
geniessen. Let's
do it again.
www.skydivewanaka.com
Von Wanaka geht
es bei schönstem
Wetter in
Richtung Clyde
in Otago, wo der
150km lange
Otago Rail Trail
beginnt. Das ist
eine ehemalige
Eisenbahnstrecke
nach Middlemarch,
die von den
Gleisen befreit
und für
Wanderer, Reiter
und Velofahrer
zurecht gemacht
wurde. Man fährt
durch eine
Ebene, die für
ihre
Wetterextreme
bekannt ist.
Hier misst man
die tiefsten und
höchsten
Temperaturen in
Neuseeland. Ich
freue mich auf
drei Tage ohne
Autoverkehr und
eine maximale
Steigung von ca.
2%. Über
Viadukte und
durch Tunnels
geht es in
weiten Kurven um
den Berg oder
kilometerlang
gerade aus durch
eine Gegend, die
früher durch
ihre
Goldgräberstätten
bekannt war,
mittlerweile
aber nur durch
die Touristen
auf dem Trail
lebt. Es sind
drei tolle Tage
durch Dörfer mit
26 Einwohner,
einem Pub und
einem Hostel.
Herzliche
Gastfreundschaft,
kühles Bier und
eine herrliche
Natur.
www.otagocentralrailtrail.co.nz.
Diese drei Tage
waren eines der
Highlights in
den sechs Wochen
Neuseeland.
Mit der Bahn
fahre ich nach
Dunedin, wo
meine Velotour
endet. Nach gut
2600km durch
Australien und
Neuseeland
stehen
Frischluft Tour
und ich vor
einem Backpacker
Hostel und hören
zum ersten Mal
seit Wochen
nahegelegene
Kirchenglocken.
Was einem auf
einmal plötzlich
alles so
auffällt…
In Christchurch,
wo ich noch das
tolle
antarktische
Museum besuche,
endet meine Tour
durch
Neuseeland.
Frischluft hat
einen Service
verdient.
Befreit vom
Staub und Dreck
wartet es
geduldig auf
seinen
Rücktransport
auf dem Seeweg.
Ich hatte zwei
Platten und das
war es. Der
Carbon Belt
Drive hat super
funktioniert und
ich konnte mich
wie gewohnt auf
die Natur und
die Reiserei
konzentrieren.
Jetzt geht es
für acht Tage
auf Yasawa
Island (bei den
Fiji Inseln).
Von dort fliege
ich mit meinem
Around the World
Ticket über Los
Angeles für vier
Tage nach Miami
Beach und dann
in Richtung
Zürich.
Es waren tolle,
teilweise
anstrengende 10
Wochen auf dem
Velo. Bei
grosser Hitze,
niemals enden
wollenden
Steigungen und
Gegenwind. Aber
wir haben es
immer geschafft.
Und es gab so
gut wie jeden
Tag ein
unvorhergesehenes
tolles Erlebins.
Sei es ein toll
gemachtes Bett
mit einem
frischen
Frotteehandtuch
und einem Stück
Seife, ein
ruhiges Quartier
ohne Generator,
andere
Velofahrer und
Tarvellers aus
aller Welt mit
viel
Gesprächsstoff,
schnelles
Internet, tolle
Leute an der
einzigen Bar im
Dorf,
Sternenhimmel
mit dem South
Cross, glücklich
die letzte
Steigung mit 10%
zum Hostel
geschafft zu
haben, ein gutes
indisches
Restaurant, ein
(zwei...) kühle
Bier. Alles
Sachen, an die
man am Morgen
bevor man los
fuhr, nicht
gedacht hat. Wir
hatten wohl ein
Tagesziel, aber
es kann ja
soviel passieren
auf dem Weg zum
Ziel...
Ich hatte
unterwegs das
Gefühl, dass ich
hinter jeder
Kurve ein neues
Land entdecken
würde. Sei es
Schottland mit
den grünen
Hügeln, das
Berner Oberland
mit den satten
Wiesen und den
vielen Kühen,
Spanien mit den
braunen Hügeln,
Ruanda mit den
vielen
Vulkanbergen
etc. Diese
Vielfalt macht
das Reisen hier
auch so
interessant.
Well, das war es
von meiner
Velotour. Ich
hoffe, ich habe
Euch einen
kleinen Einblick
in das jeweilige
Land, die Kultur
und meine
Erlebnisse
vermitteln
können. Es waren
10 sehr
kurzweilige
Wochen und es
gäbe noch so
viel zu erzählen
und zu
berichten.
Australien und
Neuseeland sind
optimale
Reiseländer. Sei
es mit einem
Camper, als
Backpacker, mit
dem Velo oder zu
Fuss. Die
Einheimischen
sind sehr
freundlich und
hilfsbereit. Es
gibt nie "ein
Problem" sondern
immer ein "no
worries". Die
Infrastruktur
ist
ausgezeichneten,
die I Sites
(Touristeninformation)
in fast allen
Ortschaften
kennen die
lokalen
Sehenswürdigkeiten,
organisieren und
buchen
Transporte und
Unterkünfte und
haben auf fast
alle Fragen eine
Antwort.
Ich habe in
Neuseeland nur
in Backpackers
und Youth
Hostels
übernachtet.
Meistens in
Dorms mit Banks
(Mehrbettzimmer
mit
Etagenbetten) zu
ca. 23NZ$
(12€/18CHF). Die
Hostels sind
durchweg gut
ausgestattet,
d.h. Küche,
Lounge, TV (mit
DVD) Zimmer,
Waschmaschine
etc.
Also bis zum
nächsten Mal "on
the road again".
Vielleicht kann
das ja von der
Seidenstrasse
sein...
Das ist Maori
und heisst so
viel wie
„willkommen,
hallo, viel
Glück“.
Ich bin in
Neuseeland
angekommen. Dem
Land mit einer
Bevölkerung von
4,2 Mio.
Einwohnern und
40 Mio. Schafen.
Das
Herkunftsland
der meisten
Outdoor-
Aktivitäten. Das
Erfinderland der
Einwegspritze
und der
Pillendose mit
Kindersicherung.
In
Auckland muss
ich mir genau
überlegen, in
welcher Gegend
ich mir was
anschauen will.
Es gibt hier so
unendlich viele
Möglichkeiten
und ich habe so
viele Tipps von
Kollegen
bekommen, dass
es mir schwer
fällt, einen
Entscheid zu
fällen.
Schlussendlich
entscheide ich
mich dafür, auf
der Nordinsel in
Richtung East
Cape zu radeln.
Auf der Great
Pacific Road von
Roturua bis nach
Gisborne. Das
East Cape ist
für seine
einmalige
Landschaft
bekannt. Hier
gibt es
unendlich viele
Buchten, einsame
Strände, aktive
Vulkane und
vieles mehr.
Hier hat auch
Captain Cook
1769 Neuseeland
entdeckt. Das
East Cape ist
auch ein
Maori-Zentrum.
Ich starte in
Rotorua – eine
Stadt die nach
faulen Eiern
stinkt, was an
den umwerfenden
Schwefelausdünstungen
liegt. Gleich
beim Losfahren
bekomme ich vom
Hostelbesitzer
den Tipp, eine
grelle,
reflektierende
Weste beim
Velofahren zu
tragen. Anfangs
Dezember sei
eine 19jaehrige
Deutsche in der
Nähe von
Wellington von
einem Lkw
überfahren
worden. Echt
tragisch. Ich
nehme den
Ratschlag an und
fahre jetzt
gelb. Entlang
der Pacific Road
wird extrem viel
Holz gefällt.
Die
riesengrossen
Trucks bringen
das Holz der
Küste entlang
zum Verschiffen
nach Gisborne.
Ausserdem sind
die Strassen eng
und ohne
Seitenstreifen.
Es gibt auf der
Strecke dann
auch wirklich
ein paar sehr
kritische
Momente. Gerade
wenn der Truck
beim Überholen
nicht auf die
Gegenfahrbahn
ausweichen kann,
weil dann gerade
ein anderer
Truck entgegen
kommt.
In Whakatane
habe ich dann
die Möglichkeit,
den ersten noch
aktiven Vulkan
in meinem Leben
zu betreten. Es
ist White Island
und liegt ca.
49km vor der
Küste im Meer.
Noch auf dem
Boot werden wir
mit Schutzhelm
und Gasmaske
ausgestattet.
Die Spannung
steigt. Der
Krater ist ca.
150‘000 bis
200‘000 Jahre
alt und reicht
noch 1300m in
die Tiefe des
Meeres. Es ist
wie eine
Mondlandschaft;
kleine Bächlein
mit milchig
grauem
Schwefelwasser
plätschern die
Hänge herunter.
Ja nicht
anfassen, die
haben einen
negativen
PH-Wert und das
kann die Finger
verätzen, sagt
uns der Guide.
Schwefel dampft
aus Löchern und
Schlammvulkane
blubbern vor
sich hin. Die
gelben Sulphur-Ablagerungen
begleiten einen
die gut
zweistündige
Tour. Die letzte
Aktivität war im
März 2000, als
die Aschewolken
bis ans Festland
reichten. Bis in
die 60ziger
Jahre wurde hier
noch Schwefel
abgebaut.
Das war ein
echtes Erlebnis!
Inklusive der
zweistündigen
Schifffahrt (ein
Weg), auf der
uns die Delfine
spielend
begleiteten.
www.whiteisland.co.nz
Jetzt geht es
weiter in
Richtung East
Cape, dem
östlichsten
Punkt
Neuseelands, wo
man als erster
morgens den
Sonnenaufgang
geniessen kann.
Da die Sonne
hier um ca. 5:30
Uhr auf- und
erst so gegen
21:00 Uhr
untergeht, gibt
es
unwahrscheinlich
lange Tage.
Die
Gegend ist
wirklich
einmalig; links
das Meer und
rechts die
Berge, die alle
abgeholzt sind
(oder gerade
werden). Das
Velofahren ist
dann auch ein
wenig
anstrengend und
ein permanentes
Up and Down. Oft
sind es Anstiege
von bis zu 200
Höhenmetern und
mit 11%
Steigung. Und
natürlich ein
paar Mal
hintereinander.
Dazu die
Holztrucks, die
zusätzlich noch
ein paar
Schweissausbrüche
verursachen.
Es gibt
wunderschöne
Campsites
entlang der
Strasse.
Manchmal komme
ich mir vor wie
Robinson Crusoe;
einsam am
Strand, den
nächsten Baum
umarmen, einen
Bart wachsen
lassen und
SOS-Nachrichten
in den Sand
malen…
Die Küstendörfer
liegen verlassen
und verschlafen
trostlos da.
Einst war an der
Küste eine
blühende
Industrie.
Zuerst der
Walfang und die
-verarbeitung,
dann bis in die
60er das
Schlachten und
Verarbeiten von
Schafen, Rindern
und anderem Vieh
(freezing
industrie). Das
Fleisch wurde
dann nach
Auckland
verschifft. Nach
dem Bau der
Strasse ist es
günstiger, die
lebenden Tiere
per Lkw nach
Auckland zu
bringen und dort
zu verarbeiten.
In allen
Ortschaften gibt
es dutzende von
verfallenen
Gebäuden, die
nicht mehr
gepflegt werden.
Unterwegs
übernachte ich
in einem Hostel,
wo ich auch
meinen ersten „Hongi“
bekomme. Das ist
die
traditionelle
Begrüssung, bei
der sich die
Nasenspitzen
berühren. Echt
tolle Sache. Der
Besitzer war mit
seinen Kindern
fischen und hat
kiloweise Fisch,
Seeigel und
Muscheln
gefangen. Ich
lerne Seeigel
aufbrechen und
ausschlürfen
(nur das weisse,
schlabberige
Zeug darf man
essen). Der
Fisch wird auf
der Stelle
geräuchert und
gegrillt. Dazu
ein, zwei kühle
Biere und der
Tag war
gerettet.
Das Einzige, was
ich weder in
Australien noch
hier bekam, ist
Crayfish.
Überall wird er
gefangen, nur zu
kaufen gibt es
ihn nicht. Ich
frage nach und
erhalte als
Antwort: Die
Chinesen kaufen
allen Crayfish
wegen ihres
Neujahrsfests
und sie zahlen
Preise, die sich
die Einwohner
hier nicht
leisten können.
Ich solle mir
doch im lokalen
Dorfladen ein
altes
Zwiebelnetz
geben lassen,
einen Köder rein
tun und selbst
einen fangen.
Leider fehlt mir
die Zeit dazu.
Unterwegs
übernachte ich
in Hostels oder
auf den tollen
Campsites, die
meistens sehr
gut ausgestattet
sind. Das wetter
spielt auch mit.
Der liquid
sunshine (auch
Regen genannt)
belästigt mich
nur zwei Tage,
das aber bei 25
Grad.
Die East Cape
Tour hat, wenn
man sich viel
Zeit nimmt, sehr
viel zu bieten,
es ist auch
nicht so
überlaufen wie
manch anderer
Ort um diese
Jahreszeit. Man
kann tagelang
mit dem Pferd
unterwegs sein,
stundenlang
fischen, den
tollen Surf
geniessen und
einfach die
Seele alleine an
einem einsamen
Strand baumeln
lassen.
Ich
nehme dann von
Gisborne den Bus
nach Wellington
um von dort aus
auf die Südinsel
zu übersetzen.
Wellington ist
die Clubbing-City
von Neuseeland
und es gibt mehr
Pubs und Bars
als Einwohner,
könnte man
meinen. Ich
geniesse endlich
mal etwas
anderes als deep
fried stuff –
die Aussis und
Kiwis deep
frieren einfach
alles. Das wird
irgendwann
langweilig. Doch
hier gibt es
indische,
japanische und
chinesische
Restaurants und
den Gaumen
freuts.
So das wars in
Kürze von der
Nordinsel. Ich
melde mich in
ca. 3 Wochen
wieder wenn ich
die Südinsel
bereist habe.